​Stadtkern Berlin 2030

 

Studie 2014

 

25 Jahre nach dem Mauerfall und dem Ende der Teilung Berlins erscheint auch heute noch der Berliner Stadtkern wie ein Freilichtmuseum der ehemaligen DDR-Hauptstadt, mit nur wenigen Ausnahmen.

 

Dass sich mit dem Bau des Humboldt-Forums nun auch eine städtebauliche Wende andeutet ist bereits körperlich zu spüren, die Gravitation der Mitte Berlins wird sich dramatisch verändern.

 

Um den abstrakten und in weiten Teilen redundanten Debatten über die Zukunft des Berliner Stadtkerns eine konkrete städtebauliche Vorstellung zur Seite zu stellen, haben wir unseren Entwurf von 2009 für die 2014 bei >> DOM publishers erscheinende Neuauflage des Buches Berliner Altstadt erweitert und überarbeitet und mit dem Titel Stadtkern 2030 auf den neuesten Stand unserer Überlegungen gebracht. 

Schrägluftbild mit virtuell fertiggestelltem Humboldt-Forum: fragmentarischer Zustand des Stadtkerns ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung.

Der Stadtkern. Die Überlagerung des Status quo mit seiner historischen Straßen- und Parzellenstruktur öffnet die Augen für die Potenziale des Berliner Stadtkerns. Dabei wird klar, dass die Splittung der Stadtbaudebatte in einzelne Quartiere diesem Raum in keiner Weise entspricht. Er bedarf einer zusammenhängenden Gesamtplanung.

Baulicher Bestand (grau) und Planung des Berliner Senats (gelb) werden durch unsere Planung (rot) für den Stadtkern ergänzt.

Projekte und Orte: Fernsehturm und Stadtplatz, Marienkirche und Neuer Markt, Staatsratsgebäude am Schlossplatz, Neues Wohnen auf der Fischerinsel.

Es ist an der Zeit, den Status quo nochmals grundsätzlich zu hinterfragen und an den Qualitäten des Status quo ante zu messen. Die ideologische Erstarrung der Planung in den vergangenen Jahren sollte schnellstens aufgelöst werden: durch eine neue Debattenkultur, die darauf abzielt, Virulenz, Differenz und eine urbane Alltäglichkeit zu ermöglichen.

Fallstudie Burgstraße: neue Häuser auf alten Parzellen. Bei der Rekonstruktion des Stadtkerns stellt die historische Parzellenstruktur ein Hauptmotiv dar. In der Überlagerung von Bestand, Straube-Plan, Humboldt-Forum und unserem Entwurf entsteht ein Plan, in dem Rückblick und Ausblick zusammenfallen.

In der Fallstudie wird das Konzept getestet: Die Parzellen mit sechsgeschossiger Randbebauung und viergeschossiger Bebauung im Inneren erfüllen auch heutige Anforderungen. In ihren sehr unterschiedlichen Zuschnitten befördern sie eine komplexe und differenzierte Bebauung mit Wohn- und Geschäftshäusern, die zugleich die Charakteristik ihrer Vorgängerbauten thematisieren.

Schlossplatz und Rathausstraße 2030. Die angestrebte stadträumliche Aufwertung des neuen Schlossplatzes wird nicht durch das Humboldt-Forum allein zu erreichen sein.